Warum brauch Tee Platz?
Damit Tee seinen vollen Geschmack entfalten kann, braucht er vor allem eins: genügend Raum, um sich frei im Wasser zu bewegen. Das gilt besonders für großblättrige, gerollte Sorten wie den Wu Lu - Chinesischer Grüntee. Diese Tees öffnen sich erst während des Aufgusses vollständig und geben ihren feinen Geschmack nur dann richtig ab, wenn sie frei vom Wasser umströmt werden.
Übrigens raten wir ab von Tee-Eiern oder Zangen. Für hochwertige, großblättrige Tees, sind diese eher ungeeignet. Sie bieten den Blättern zu wenig Platz, was die Entfaltung der Aromen spürbar einschränkt. Für gehackten losen Tee - wie wir es oft bei Kräutern finden, sind die Werkzeuge in Ordnung.
Mein Tipp: Wenn sie kein spezielles Teesieb zur Hand haben, geben Sie den losen Tee direkt in eine Kanne – ganz ohne Sieb oder Beutel. Nach dem Ziehenden gesamten Aufguss einfach durch ein Sieb abgießen. So haben die Teeblätter ausreichend Raum, ihr volles Aroma ans Wasser abzugeben. Und der Vorteil: Die Blätter können in der Kanne verbleiben für weitere Aufgüsse.
Wasser ist nicht gleich Wasser?
Die Qualität des Wassers wird bei der Teezubereitung generell unterschätzt – dabei spielt sie eine zentrale Rolle. Wer einmal bewusst darauf achtet, wird schnell merken: Weiches, kalkarmes und nicht gechlortes Wasser bringt feine Aromen viel besser zur Geltung.
Gerade milde, filigrane Tees wie ein Darjeeling Frist Flush – Indischer Schwarztee entfalten nur dann ihr volles Geschmackspotenzial, wenn das Wasser stimmt. Ist es zu hart oder zu stark gechlort, wirkt der Aufguss schnell trüb, und ein dünner Film bildet sich auf der Oberfläche – ein Zeichen für hohen Kalkgehalt.
Mein Tipp: Probieren Sie's aus – der Unterschied ist wirklich erstaunlich. Wenn Ihr Leitungswasser eher hart ist, lohnt es sich, stilles Mineralwasser oder Quellwasser für die Zubereitung zu verwenden. Sie werden überrascht sein, wie viel runder, klarer und aromatischer Ihr Tee schmecken kann, wenn Sie die Wasserqualität als Faktor mit einbeziehen.
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